Ganz vereinfacht gesagt: Unser Körper kann sich an Spannung gewöhnen.
Wenn wir über längere Zeit angespannt sind, viel sitzen, uns einseitig bewegen oder nach einer Verletzung bestimmte Muskeln unbewusst schützen, kann diese Anspannung zur Gewohnheit werden. Irgendwann nehmen wir sie kaum noch wahr – und es kann schwieriger werden, die betroffenen Muskeln bewusst wieder zu entspannen.
Genau das wird in der Hanna Somatic Education als Sensory Motor Amnesia (SMA) bezeichnet.
Der Körper hält dabei möglicherweise an einem alten Spannungs- und Bewegungsmuster fest, obwohl der ursprüngliche Auslöser längst vorbei ist. Dadurch können sich Bewegungen steifer, anstrengender oder weniger frei anfühlen.
Im Verständnis der Hanna Somatic Education handelt es sich dabei nicht um eine strukturelle Schädigung des Muskels, sondern um ein erlerntes neuromuskuläres Muster. Die gewohnte Spannung läuft zunehmend automatisch ab, während die bewusste Wahrnehmung und willkürliche Steuerung der Muskulatur weniger deutlich werden können.
Das kann sich unter anderem in anhaltender Muskelspannung, eingeschränkter Beweglichkeit, veränderten Haltungsmustern, flacherer Atmung oder wiederkehrenden Beschwerden zeigen.
Hier setzt die somatische Arbeit an: Durch langsame, bewusste und aktive Bewegungen kannst du wieder genauer wahrnehmen, was in deinem Körper passiert, gewohnte Muster erkennen und neue Bewegungsmöglichkeiten ausprobieren.
Es geht darum, wieder bewusst wahrzunehmen, was bisher automatisch passiert ist – und dadurch mehr Wahlmöglichkeiten in der eigenen Bewegung zu entwickeln.