Wer sich mit der Geschichte der Hanna Somatic Education beschäftigt, begegnet unweigerlich ihrem Begründer Thomas Hanna. Als Philosoph, Pädagoge und Vordenker prägte er das Feld der Somatics und entwickelte eine eigene Theorie der Somatologie.
Hanna war außerdem Gründungsherausgeber von Somatics: Magazine-Journal of the Bodily Arts and Sciences. In dieser Zeitschrift setzte er sich intensiv mit der Verbindung von Körper, Wahrnehmung, Bewegung und Bewusstsein auseinander. Seine zahlreichen Veröffentlichungen geben bis heute wichtige Impulse für die Auseinandersetzung mit menschlicher Bewegung und Entwicklung.
The End of Tyranny: An Essay on the Possibility of America
Bodies in Revolt: A Primer of Somatic Thinking
The Body of Life: Creating New Pathways for Sensory Awareness and Fluid Movement
Somatics: Reawakening the Mind’s Control of Movement, Flexibility, and Health
Letters to Fred (Roman)
In den frühen 1970er-Jahren, während seiner Tätigkeit als Leiter des Fachbereichs Philosophie an der University of Florida, lernte Hanna die Arbeit von Moshe Feldenkrais, einem israelischen Physiker und Körperpädagogen, kennen. Die Arbeit von Feldenkrais hatte einen großen Einfluss auf Hannas eigenes somatisches Denken.
1975 organisierte Hanna als Direktor des Humanistic Psychology Institute, dem heutigen Saybrook Institute, das erste Feldenkrais-Ausbildungsprogramm in den USA. In den folgenden Jahren studierte er weiter bei Feldenkrais und vertiefte seine praktische Erfahrung mit somatischen Bewegungsansätzen.
Ebenfalls 1975 gründete Hanna gemeinsam mit Eleanor Criswell Hanna das Novato Institute for Somatic Research and Training in Kalifornien. Dort setzte er seine Forschung und praktische Arbeit weiter fort.
In seiner Arbeit mit Menschen unterschiedlichen Alters und mit sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten beobachtete Hanna immer wieder ähnliche Bewegungs- und Haltungsmuster. Er entwickelte daraufhin spezifische Bewegungsweisen, die Menschen dabei unterstützen sollten, die Wahrnehmung und willkürliche Kontrolle über gewohnheitsmäßig angespannte Muskulatur wiederzuentwickeln.
Aus dieser langjährigen Arbeit entstand schrittweise der Ansatz, der heute als Hanna Somatic Education bekannt ist.
1990 bot Thomas Hanna erstmals eine formale Ausbildung in Hanna Somatic Education an. In einem intensiven fünfwöchigen Ausbildungsprogramm vermittelte er 38 Teilnehmer:innen die grundlegenden Prinzipien und praktischen Methoden seiner Arbeit.
Am 29. Juli 1990 kam Thomas Hanna bei einem Autounfall ums Leben, bevor die geplante Ausbildungsreihe vollständig abgeschlossen werden konnte.
Seine Arbeit wurde anschließend von Eleanor Criswell Hanna, Ed.D., der damaligen Leiterin des Novato Institute, sowie von den Teilnehmer:innen und Mitarbeiter:innen der Ausbildung von 1990 weitergeführt.
Bis heute wird Hanna Somatic Education von ausgebildeten Praktiker:innen vermittelt. Im Mittelpunkt stehen die bewusste Körperwahrnehmung, das Erforschen von Bewegungsmustern und die Entwicklung einer differenzierteren willkürlichen Bewegungskontrolle.
Hannas Arbeit hat damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der modernen somatischen Bewegungspraxis geleistet.